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Movies: Kritik The village

Ich war dann doch sehr gespannt wie sich dieser sich im Trailer spannungsmäßig an Sixth Sense und Signs anlehnende Film schlagen wird. Auch habe ich vermieden irgendwelche Kritiken zu lesen, die die Auflösung verraten. Auch ich werde die Lösung *spoilered* markieren, nicht dass ich jemandem den Spaß versaue.

Der Film beginnt in einer tristen, von an Anfang an geheimnisvollen Umgebung. Die Stimmung ist gut eingefangen, auch wenn der Zuschauer sich die erste dreiviertel Stunde durchaus fragen mag um was es denn eigentlich geht. Diese ersten 45 Minuten verraten kaum mehr als der Trailer selbst. Ein dunkles Geheimnis in Form eines verbotenen Waldes neben einem ca. Mitte des 19.Jhds angesiedelten Dorfes. Es wird von seltsamen Wesen geredet, mit denen jedoch eine Art Waffenstillstand vereinbart ist. Voraussetzung: Kein Überqueren der Grenze zum Wald.

Es kommt wie es kommen musste. Diese Vereinbarung wird gebrochen, prompt geschehen merkwürdige Dinge im Dorf. Es wird heimgesucht von Wesen, die allerdings kaum zu sehen sind, vielmehr hinterlassen sie Zeichen an den Wänden und ein paar tote Tiere. Als jedoch die Hauptfigur in Form des beliebten Junggesellen Lucius vom wohl in jedem solchen Film vorkommenden Geistesgestörten ob seiner Eifersucht niedergestochen wird, entschließt sich die ihrerseits verliebte, zudem blinde frisch Verlobte von Lucius den Wald zu durchqueren und in der Stadt Medizin zu holen.

********** SPOILER ************

Jetzt nimmt der Film einige rasche Wendungungen, die in meinen Augen zu arg hollywood-mäßig durchgeplant sind. Erst erzählt der Vater der blinden Ivy, dass es keine Wesen im Wald gibt. Mit dieser Information ausgestattet begleitet der Zuschauer Ivy die ersten Schritte im Wald. Die jetzt aus dem Off eingespielten Erklärungen des Vaters über das Dorf, sein Entstehen und die Gründe für dieses Märchen von den Wesen stören erheblich die teilweise aufkommenden Blairwitch Project leider nicht im entferntesten nahe kommenden Spannungsmomente. Vielmehr wird in der letzten halben Stunde das Ganze zu arg vorhersehbar. Das trotz aller Erklärungen auftauchende vor sich hinjammernde Wesen entpuppt sich viel zu schnell als der aus seiner Zelle ausgebrochene geisteskranke bzw. geistig zurückgebliebene Noah, das Ende des Waldes zu schnell als eine Mauer in einem Reservat. Hinter dieser Mauer wartet natürlich auch der mit "gütiger Stimme" ausgestattete Ranger Kevin, der Ivy letztlich die Medizin besorgt.

Der Versuch, die Zivilisation als die eigentliche Gefahr hinzustellen, der sich die Ältesten im Dorf ursprünglich entziehen wollten, gelingt nur mäßig. Zu trivial erscheint mir eine solche Interpretation. Dass der Chef von Ranger Kevin dann auch noch zusätzliche Erklärungen abgeben muss, damit der Durchschnitts-Ami (oder Deutsche, grad wurschd) das alles kapiert, macht den Film leider nicht besser. Vielmehr ist dann auch der letzte Raum für Interpretationen verloren, so dass letztlich das Fazit bleibt: Nettes Kino, manchmal ein Zucken, aber noch lange kein fesselnder Horrorfilm (oder was auch immer er sein will).

Ich gebe drei von sechs Armlehnen.

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